Rechtliche Grundlagen

Bildungsbewilligung

Jeder Betrieb, der Fachleute Betreuung ausbilden will, benötigt eine Bildungsbewilligung. Der Betrieb stellt ein Gesuch um Bildungsbewilligung, eine Fachperson Berufliche Praxis prüft vor Ort, ob die fachlichen wie betrieblichen Voraussetzungen geben sind. Anschliessend entscheidet die Ausbildungsberatung im Mittelschul- und Berufsbildungsamt über die Erteilung der Bildungsbewilligung.

Ausbildungsverbund

Fachpersonen Betreuung sind GeneralistInnen in ihrer Fachrichtung. Ausgebildete KinderbetreuerInnen betreuen Kinder von 0-16 Jahren, BehindertenbetreuerInnen arbeiten mit Menschen in verschiedenen Altersphasen und mit unterschiedlichen Behinderungen. Deshalb ist es sinnvoll und förderlich, den Lernenden während der Lehre einen Praxiseinsatz in einem anderen Betrieb zu ermöglichen, wo sie andere Seiten des Berufes kennen lernen.

Personelle Voraussetzungen

Wer eine Fachperson Betreuung ausbilden möchte, braucht eine Berufsbildende, die zu mindestens 60% im Betrieb tätig ist. Sie verfügt über ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis, ein Diplom oder eine gleichwertige Qualifikation im Berufsfeld Betreuung. Sie hat mindestens zwei Jahre berufliche Praxis im Lehrgebiet und den 5-tägigen Lehrmeisterkurs oder eine gleichwertige Ausbildung besucht. Dazu zählt auch der mit einem Kurs über die gesetzlichen Grundlagen der Lehrlingsausbildung ergänzte PraxisanleiterInnen-Kurs.

Anzahl Auszubildende

Wenn der oder die erste Lernende das dritte Ausbildungsjahr beginnt, darf der Betrieb parallel dazu wieder einen Erstjahreslernenden anstellen. Ist der Betrieb gross genug, kann er auch mehrere Lernende im selben Lehrjahr oder in direkt aufeinander folgenden Jahren ausbilden. Für jede zusätzliche Lernende braucht es 160 Stellenprozente, die mit Fachkräften besetzt sind.

Arbeitsrechtliche Grundlagen

Seit dem 1. Januar 2008 gilt die neue Jugendarbeitsschutzverordnung (Verordnung 5 zum Arbeitsgesetz). Dort sind besondere Vorschriften für Jugendliche in der Ausbildung festgehalten. Nach dem vollendeten 18. Lebensjahr gilt für alle Arbeitnehmenden das Arbeitsrecht. Das Merkblatt des SDBB (Schweizerisches Dienstleistungszentrum Berufsbildung) fasst alle aktuellen arbeitsgesetzlichen Vorschriften, die ein Lehrbetrieb kennen muss, zusammen und schafft Übersicht.

Ferien und Freikurse

Bis zum vollendeten 20.Lebensjahr haben Lernende mindestens 5 Wochen Ferien im Jahr. An maximal einem halben Tag pro Woche dürfen sie nebst dem obligatorischen Unterricht Stütz- und Freikurse besuchen.